Nach einer Morgendusche habe ich mit Guillaume, dieses Mal bei Tageslicht, die Umgebung erforscht. Ich habe mir in einem 7-11 (so heissen die am meisten verbreiteten Supermaerkte hier) „Off“ gekauft, ein Anti-Mosquitomittel mit dem Inhaltsstoff „DEET„, der wirksamer sein soll, als das in Europa verkaufte Autan. An einem Fruchtstand kaufen wir eine Wassermelone und eine Dragon-Fruit (Pitahaya). Beides verspeisten wir zum Fruestueck in der Bar, die zu dem Ice-Beach Resort gehoert. Gegen einen Anteil an der Wassermelone zerteilten sie die Wassermelone fuer uns und versorgten uns mit Tellern.
So gestaerkt erforschten wir den in der Naehe gelegenden Strand. Lonley Beach hat naemlich trotz seines namens keinen eigenen Strand, sondern nur eine kurze Felskueste. Der Strand war ca. 5 Minuten zu Fuss entfernt. Hier nahmen wir unser erstes Bad im Golf von Thailand. Das Wasser war lauwarm, fast Badewannentemperatur, erfrischte also so gut wie gar nicht. Leider wurde der Strand kaum gepflegt, so dass recht viel angeschwemmter Muell herum lag. Am Strand waren noch weitere Bungalows, die auch gerade noch erschwinglich gewesen waeren. Da der Strand aber so muellig war, war das auch nicht das Richtige.
Durch den kurzen Rueckweg war ich schon wieder klitschnass geschwitzt, also bin ich nochmal unter die kalte Dusche gesprungen. Anschliessend habe ich meine Sachen gepackt und mich von Guillaume verabschiedet, um den naechsten Strand zu erforschen.
An der Hauptstrasse ging ich bis zum Ortsausgang gegangen und war natuerlich schon wieder schweissdurchtraenkt. Echt nervig auf die Dauer! Ich hoffe, dass reguliert sich irgendwann noch. Zum naechsten, ca. 8km entfernten Strand bin ich wieder mit dem Minubus fuer 100 Baht gekommen. Ich habe erst an der Strasse erfahren, dass der naechste Strand Klong Kloi heisst und wusste vorher noch nichts ueber den Ort. Der Strand liegt knapp 2km von dem Ort Bang Bao entfernt. Klong Kloi Beach ist recht uebersichtlich. Es gibt dort keinerlei Geschaefte, nur die typischen Strand-Bars.
Vollgepackt wie ich war, bin als erstes den Strand einmal so langsam wie moeglich auf und ab gegangen. Ganz am Ende waren zwei Resort, die mir aeusserlich recht gut gefallen haben. Einer von denen hatte sogar einen Pool und die Bungalows sahen sehr hochwertig aus. Das dieses Resort ueber meinen Budget lag, war mir eigentlich im vornherein klar. Auch das 2. Resort war noch deutlich zu teuer. Das dritte aber, an dem ich zuerst vorbeigegangen bin, wollte 400 Baht die Nacht, also knapp 10 Euro.
Um die Entscheidung nicht zu ueberstuerzen, habe ich mich erstmal an die Bar gesetzt und einen Ananas-Shake bestellt (puerierte Ananas, Zucker und Crushed-Eis) und die Umgebung auf mich wirken lassen. Ein ruhiger, sauberer Strand mit nicht all zuviel Touristen und kaum Backpackern. Jetzt war es so gegen 13:00 Uhr und ich entschloss mich hier fuer zwei Naechte einzuquartieren. Bei einem zweiten Shake schrieb ich in entspannter und ruhier Umgebung die letzten Erlebnisse nieder.
Die Betreiberin des Klong Kloi Cottage (Oing) und ihr Bruder sind sehr freundlich und bemueht jedem, der dafuer aufgeschlossen ist, ein paar Fetzen Thai beizubringen, was ich natuerlich begeistert wahrgenommen habe.
Zwischendurch habe ich mich noch davon ueberzeugt, dass auch hier das Wasser pisswarm ist und dann brach auch schon langsam der Abend an. Es wird zwar nicht wirklich kuehler, trotzdem war dies die letzten Tage immer das Signal fuer meinen Magen sich bemerkbar zu machen. Ich bestellte eine Thaicurrysuppe und eine Portion Reis. Oing fragte mich ob ich es leicht, medium oder spicy wuenschte. Da ich noch keine Erfahrungen mit dem thailaendischen Curry gemacht hatte, waehlte ich letzteres. Es war sehr angenehm scharf. Mein Vater allerdings kocht schaerfere Thai-Suppen, also kein Problem. Es hat noch nicht einmal mein Gesicht angefangen zu kribbeln, da geht also noch mehr =) Es hat trotzddem ausgereicht, wohl auch wegen der Temperatur, dass mir Schweissperlen, nein nicht nur auf der Stirn, sondern ueberall entstanden und sich zu kleinen Sturzbaechen vereinigten.
Auch hier gab es free Wifi (WLAN), wenn auch leider keine Computer zum Nutzen. Der Abend wurde bei einem grossen Chang (80 Baht), chatten und dem studieren des Koh Chang Reisefuehrers, den ich von Oing bekommen habe verbracht. Nebenbei lernte ich noch ein paar Thai-Ausdruecke, wie Hallo und danke. Gegen 22:00 Uhr war es so langsam Zeit fuers Bett. Da der frische Schweiss wieder runter musste, dachte ich, vor der Dusche koenne ich auch gut nochmal kurz ins Meer springen.
Es war eine sternenklare Nacht. Der Mond war nicht zu sehen und es war absolut windstill, so dass das Meer tiefschwarz und spiegelglatt war. Gemaechlich wanderte ich in die ruhige See und vollzog meine ersten Schwimmzuege. Am Anfang fiel mir nicht viel auf. Doch dann bemerkte ich, dass ich durch meine Schwimmzuege viel Luft im Wasser verwirbelte. In diesen Luftblasen brach sich das Lich recht stark…. Welches Licht eigentlich? Der Mond war nicht zu sehen und die paar Licher an den Bars am Strand waren zu schwach und zu weit weg. Ich schwamm also ruhiger und bemuehte mich meine Haende stets unter der Wasseroberflaeche zu halten, um keine Luft unterzuwirbeln. Volkommen perplex stellte ich fest, dass der Effekt nicht, wie erwaret, verschwand, sondern im Gegenteil: Er verstaerkte sich! Selbst wenn ich meine Haende in ca. 10 cm Tiefe bewegte entstanden diese Lichtbrechtungen. Lichtbrechungen? Nein, das waren keine Reflexionen. Dort entstand Licht!
Fasziniert beobachtete ich, wie jede meiner Bewegungen aber hunderte von kleinen Lichtpunkten in dem tiefschwarzen Wasser hervorrief. Durch meine Bewegungen wurde das Plankton zum Leuchten angeregt! Voellig verzaubert durch dieses einzigartige Schauspiel, schwamm ich meine Runden und betrachtete das blaue Leuchten des durcheinanderwirbelnden Planktons. Irgendwann setzte mein Denken wieder ein und ich realisierte, dass ich gar nicht zu schwimmen brauchte und kehrte ins brusttiefe Wasser zurueck. Dort bewegte ich meine Arme, Haende und Beine, schnipste unter Wasser und spielte mit diesen einzigartigen Lichterscheinungen. Welch ein magischer Moment Noch nie zuvor habe ich ein solch schoenes Natuerspektakel miterlebt, ja sogar erzeugt! Ich fuehlte mich wie ein Zauberer, der mit jeder seiner Bewegungen Wunder wirkte. Dieser Moment war definitiv einer der Hoehepunkte der bisherigen Reise.
Verzaubert und erquickt schwebte ich anschliessend ins Bett =)